1919

(Das Logo des ATSB)
Die Not der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg führt die beiden Bremerhavener Turnvereine TVB und TV "Jahn" wieder zusammen. Sie vereinigen sich unter dem neuen Namen "Allgemeiner Turn- und Sportverein Bremerhaven von 1859 "( ATSB). Ernst Bartling (geboren 13.7. 1876), der seit 1913 bereits den TV "Jahn" leitet, wird Vorsitzender der beiden fusionierten Vereine und bleibt es bis 1935. (Ernst Bartling war 1891 in den TV "Jahn" eingetreten, wurde 1896 Vorturner, 1898 Kassenrevisor, 1902 Pressewart und 1905 Zweiter Vorsitzender.)

76 Turner aus beiden Vereinen sind im Ersten Weltkrieg gefallen.
1923

(Kinderriege des ATSB)
Am Siebenbergensweg in Speckenbüttel (heute: Im Eichengrund) wird aus der ehemaligen Radrennbahn der vereinseigene Sportplatz in Eigenarbeit fertiggestellt und am 23.9. eingeweiht. Die Baukosten für den Sportplatz und ein Vereinsheim belaufen sich auf 100.000 Mark.
1926
Gemeinsam mit dem SC Sparta und dem TuS Bremerhaven 93 entsteht auf dem Gelände des früheren Zollinlandbahnhofs der berühmte Zollinlandplatz.
1927

(Das Jahn-Denkmal 1927)
Hermann Grauerholz (9.3.1897 - 4.2.1991) beginnt seine langjährige Tätigkeit mit den choreographischen Tanzspielen und baut im ATSB eine eigene Tanzspielklasse auf. Er wird mit seinen Stadionspielen oder Lehrgängen und Festspielen weltweite Anerkennung erlangen.
Auch der ATSB beteiligt sich, wie viele andere Vereine, Innunngen oder Institutionen am Großen Historischen Festumzug anlässlich der Hundertjahrfeier Bremerhavens. Unter den 51 Festwagen ist sein "Turnwagen" als Nr. 48 im Programmheft aufgeführt.
1931

(Handballer um 1920)
Die Vereinszeitung das "Blinkfeuer" erscheint nun regelmäßig.
1934
Am 2. Brachets (Juni) wird das 75-jährige Vereinsjubiläum feierlich im Stadttheater begangen.
1935
Auf der Jahreshauptversammlung im März muss der verdienstvolle, langjährige Vorsitzende Ernst Bartling sein Amt aus politischen Gründen aufgeben. Fritz Janssen wird als sein Nachfolger (bis 1945) gewählt.
1936
Die grün-weiße Sportkleidung wird einheitlich für alle Abteilungen eingeführt, nachdem die Hockeyspieler schon längere Zeit in diesen Farben gespielt hatten.
1945

(Ernst Bartling)
Der ATSB wird von der Militärregierung aufgelöst. Doch bald darauf werden nach Stadtteilen abgegrenzte Sportgemeinschaften erlaubt. Sportler des ATSB, VfB Lehe, SC Sparta und TV Lehe finden sich in der Sportgemeinschaft Lehe-Nord zusammen. Den Vorsitz übernimmt wieder Ernst Bartling.
1946
Im Frühjahr beginnt der Bau eines provisorischen Bades an der Alten Luneschleuse. Walter Prasse und Wilfried Standtke errichten eine Startbrücke für vier Bahnen und 25 Meter entfernt eine Wendewand aus „organisierten“ Holzresten. Im Mai ist Anbaden und am 23. Juni findet der 1. Volksschwimmtag nach dem Kriege statt.
1947

Das Schwimmbad des ATSB
Vom 25. August an kann der ATSB wieder unter seinem alten Namen auftreten.
Aus einem alten Feuerlöschteich entsteht am Geestheller Damm unter Federführung von Walter Prasse (08.1914 - 14.07.1999) das ATSB-Sportbad. Es wird am Pfingstwochenende eingeweiht.
Die Faustballmannschaft der AK II in der Besetzung Wilhelm Wicht, Helmut Kuhlmann, Wilhelm Schwarke, Karl Schunk, Peter Offermann und August Berking wird Deutscher Vizemeister.
1948

(Die erfolgreichen Jugendfaustballer)
Die Männliche Faustball-Jgd. belegt bei den Dt. Meisterschaften den 2. Platz in der Besetzung Adolf Reinhardt, Volkmar Petersen, Fritz Diekert, Helmut Diekert und Erich Burdorf
1949

(Das Vereinsheim des ATSB)
Das Jahr 1949 ist für die ATSB-Faustballer außerordentlich erfolgreich:Die Faustballer der Altersklasse II (über 40 Jahre) Fritz Rex, Karl Schunk, Helmuth Kuhlmann, Peter Offermann, August Berking und Werner Bielig werden Deutscher Meister.
Die Männl. Jgd belegt den 3. Platz bei der DM in der Besetzung Helmut Diekert, Volkmar Petersen, Adolf Reinhardt, Erich Burdorf und Dieter Winkler
1952

Der Sportplatz des ATSB
  • Der ATSB erhält von der Stadt den inzwischen renovierten Sportplatz am Siebenbergensweg zurück. Die feierliche Übergabe wird am 8. Juni mit turnerischen und sportlichen Vorführungen umrahmt.
  • Die Versehrtensportgemeinschaft Bremerhaven (VSG) gründet sich und schließt sich kooperativ mit eigener Verwaltung und Finanzhoheit dem ATSB an.
  • 1955

    Die langjährigen Wirte der ATSB Gaststätte

    Der ATSB-Vorsitzende Ernst Bartling stirbt am 22.1. Der bisherige Hockey-Abteilungsleiter Heinz Kimme (gestorben 13.1.1991) übernimmt das Amt.
    1956

    (Faustballer des ATSB)
  • Der Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen verleiht dem ATSB die Senatsplakette "Für hohe Leistungen im Sport". (10.6.)
  • Die Faustballer Senioren (Altersklasse I) werden in der Besetzung Ali de Buhr, Dr. Walter Fetz, Egon Diekert, Gerold Rade, Hermann Rosenberg Deutscher Meister.
  • 1959

    (Der Vorstand des ATSB)

    (Logo der Elbinger TG)
  • Hundert Jahre sind seit der Gründung des Vereins vergangen. Der ATSB hat 1700 Mitglieder. Im Rahmen der Jubiläumswoche vom 20.-27. Juni finden im Vereinsheim am Siebenbergensweg am Sonnabend ein Empfang für Behörden, Verbände und Vereine und am Sonntag ein großer Festakt in der Aula der Schillerschule (heute VHS) statt. Vor der Schule zeigten Mitglieder aus der Turnabtl. einen Querschnitt aus der Vereinsarbeit. Vors. Heinz Kimme begrüßte die Gäste.Elke Reifegerste sprach einen von Hermann Grauerholz verfassten Prolog auf Dr. Justus C. Lion.

    Lion, ein Saekulum schließt seine Tore.
    Der Allgemeine Turn- u. Sportverein in Bremerhaven hat ein Jahrhundert nicht verschlafen.
    Er richtet 1859, sein Gründungsjahr, umstrahlt von dem
    Bewusstsein unserer Zeit
    nun denkmalhaft auf der Empore, von der wir ein Jahrhundert
    verwundert überschauen.
    Wenn unsere Gegenwart, ganz ohne Dankbarkeit, nicht die
    lebendige Vergangenheit in ihre Würdigung bezieht,
    wie könnte sie dann weiterbauen?
    Die Formen wandeln sich. Die Zeit entflieht. Doch eines bleibt.
    Und dieses eine, das im Leben bleibt, das war Dir, Lion, in
    Gnaden und Verpflichtung reich gegeben.
    Es war die Liebe. Sie reichte aus, selbst noch für unser Leben.
    Das war der Geist, er reichte weit,
    beschenkend und bedenkend ist ihm noch unsere Zeit ergeben.
    So wurde die Gemeinschaft, die heute tief beglückt ihr Jubilate singt.
    Und weil es ihr gelingt, zu ahnen, was Dein Leben führte, das Jahn
    so nachbarnah erspürte,
    wuchs auch ihr Herz in unserer Stadt im Nordseewind.
    Und alle, die wir heute im Centenarjahr, Deiner Aussaat, Lion hier
    beisammen sind,
    wir schließen dich in unsere hohe Stunde ein.
    Was Du gewagt, es wagte weiter seinen Anbeginn.
    Was Du erdachtest, ging noch weiter seinen Sinn.
    Was Du ausstreuend leicht gegeben, es gab noch hundert Jahre Frucht und Leben,
    dass wir nun Deine Fackel strahlend weitertragen,
    weil Du sie 1859 für uns entzündet,
    und dass wir eine Stunde um Dich, Lion, hier wagen
    und Deinem Geiste fest verbündet nun ein Jahrhundert neu
    durchschreiten,
    sei nicht zuletzt zu Deinem Ruhm.
    Der Allegmeine Turn- u. Sportverein lässt sich auch fernerhin
    durch Deinen Geist geleiten.
    Dein Weg ist auch sein Weg, er führt zum Herzen, einem Herzen
    und dieses Herz schlägt immer noch mitten im Deutschen Turnertum.

    Die Festrede hielt Oscar Drees, der Vors. des Landessportbundes Bremen.
    Der Sprecher der "Elbinger Turngemeinde von 1859" Werner Schmückert dankte dem ATSB für die Übernahme der Patenschaft für den elbinger Traditionsvereins und überreichte ein Fahnenband mit den Wappen Elbings und seines Vereins.
  • Am 6.12. wird eine neue Vereinsfahne geweiht.
  • Jürgen Langer wird Deutscher Juniorenmeister im Kugelstoßen mit 16.27 m.
  • 1960

    (Peter Riebensahm)
  • Mit dem Hochspringer Peter Riebensahm stellt der ATSB zum ersten Mal einen Olympiateilnehmer (Olympische Spiele in Rom).
  • Im Herbst wird als Anhängsel der Leichtathletik-Abt. eine Basketballgruppe gegründet, die auch an Punktspielen teilnimmt. Nach etwas über einem Jahr muss die Abteilung wieder geschlossen werden, weil zu viele Abgänge wegen Studium, Bundeswehr oder Beruf zu verkraften sind. (siehe 1965)
  • 1962

    (Christa Sander)
    Die 10 x100m Rückenstaffel stellt im März im Bremerhavener Stadtbad mit 11:57.4 Min. einen Deutschen Rekord auf.
  • Die Schwimmerjugend wird nach 1961 wieder Deutscher Mannschaftmeister in der Besetzung: W. Freitag, U. Dornieden, B. Hillmer, W. Hopmann, D. Pott, V. Rackebrandt, P. Rickmann, R. Leßmann, E. Stender, H. Wendler. Trainer ist Peter Volbehr.
  • Bei den Dt. Jgd. Schwimmmeisterschaften in Ludwigshafen gewinnt der ATSB acht von zehn möglichen Titeln. Werner Freitag allein wird sechsfacher Deutscher Jugendmeister: 100 + 400m Kraul, 200m Rücken, 100 + 200m Schmettern, 200m Lagen. Erich Stender (100m Brust) und Ulrich Dornieden (100m Rücken) vervollständigen die Titelsammlung.
  • Christa Sander wird bei den Dt. Turnmeisterschaften in Bremerhaven Siegerin im Schleuderballwurf mit 47,28m.
  • 1963
    Am 3.9. zieht sich Heinz Kimme vom Posten des 1. Vorsitzenden zurück. Kurt Petzold übernimmt bis zur Generalversammlung seine Vertretung.
    1964

    (Werner Freitag)
  • Am 27.2. wird Kurt Petzold ( geb. 28.08. 1902) zum neuen Vereinsvorsitzenden gewählt.
  • Der Schwimmer Werner Freitag startet für den ATSB bei den Olympischen Spielen in Tokio. (Endlauf über 100m Schmetterling).
  • 1965
  • Wiedergründung einer Basketball-Abteilung
  • Mit seinen Nationalmannschaftskameraden Klein, Kirschke und von Schilling schwimmt Werner Freitag in London einen neuen Weltrekord über 4x100m Kraul. Seine eigene Staffelzeit: 55.9 Sek. Außerdem wird er Dt. Hallenmeister über 100m Delphin in Karlsruhe und gewinnt in Itzehoe die Freiwassermeisterschaft über 200m Delphin in deutscher Rekordzeit (2:13.0 min)
  • 1966
    Für den erkrankten Vorsitzenden Kurt Petzold und den plötzlich am 1.11. verstorbenen 2. Vorsitzenden Heinz Roth (46 Jahre) springen die Sportkameraden Max Popken und Claus Petersen im Herbst des Jahres komissarisch ein.
    1967

    (Max Popken)
    Max Popken wird am 7.2. zum Vorsitzenden gewählt. Claus Petersen wird sein Vertreter. Der Verein hat in diesem Jahr 1765 Mitglieder.
    1968
    Noch einmal nimmt Werner Freitag an den Olympischen Spielen teil (Mexico City / 100m Delphin).
    1969
    Im Herbst beschließen die Leichtathleten des ATSB und Polizei SV (PSV) ab Januar des kommenden Jahres als Wettkampfgemeinschaft unter dem Namen LG Bremerhaven (LGB) zu starten. Damit legen sie, ohne es zu ahnen, den Grundstein für eine spätere Entstehung des Großvereins OSC.
    1970
  • Am 5. März schließen sich die Handballer des ATSB, PSV und TV Lehe zur Handball- Spielvereinigung Bremerhaven (HSVB) zusammen.
  • Im September fusionieren die Judosportler des ATSB und PSV zur Judogemeinschaft "Arashi".
  • Erste Überlegungen zum Verkauf des ATSB-Platzes und die Übersiedlung auf eine noch zu errichtende Bezirkssportanlage hinter der Gaußschule im Eckernfeld werden diskutiert.
  • 1971
  • Der Zusammenschluss von ATSB, PSV und SC Sparta zu einem Großverein wird in den einzelnen Vereinen angesprochen. Während der SC Sparta sich wieder zurückzieht, wird die Fusion vom ATSB am 8.6. beschlossen.
  • Auch die Badmintonspieler des ATSB und PSV bilden nun eine Startgemeinschaft.
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    desinet - Community | OSC Bremerhaven e.V. | Bremerhaven, 19.10.2017 05:35