1893
Als Arbeiter- Turn- u. Sportverein Bremerhaven v. 1893 am 7. August im "Collosseum" an der Bürgermeister-Smidt-Str. gegründet. Erster Sprechwart (Vorsitzender) wird Karl Netzband. Der jungen Sportgemeinschaft werden viele Hindernisse in den Weg gelegt. Die Benutzung behördlicher Turnhallen wird untersagt. So muss man in privaten Sälen turnen. Bis 1912 zieht man fünf Mal um.
1896
Heinrich Escher wird Vorsitzender (bis 1899). Ihm folgen Richard Berger (bis 1903), Karl Bock (bis 1905) und Agust Seith (bis 1912).
1898
Gründung eines Spielmannszuges. Bis 1933 ist er ein fester Bestandteil des Vereins und verschönert viele Veranstaltungen.
1905
Eine Kinder-Turngruppe wird gegen große Schwierigkeiten ins Leben gerufen, da auch hier die staatlichem Aufsichtsorgane versuchen ein Aufblühen zu verhindern.
1909
Das Frauenturnen wird eingeführt. Allerdings kann sich die Abteilung nur bis 1912 halten.
1912
Am Anfang des Jahres zieht der Turnbetrieb in die Turnhalle im Gewerkschaftshaus "Eintracht" an der Deichstr.Im Mai wird eine Fußball-Abt. in dem Restaurant Raakeberg im Leher Freigebiet gegründet. Georg Bause (d.Ä.) wird Abteilungsleiter.Erster Spielort ist der Fort-Wilhelm-Platz. Die Spieltracht ist: Rotes Hemd mit schwarzem Kragen, auf der Brust die Buchstaben ATB, dazu eine weiße hose.
1913
Die Renken’sche Weide an der Rickmersstr. wird gepachtet und in Eigenarbeit zu einem Fußballplatz ausgebaut. (Einweihung am 7.-9. August). Die große Bayerische Bierhalle, die von der Gewerbe- u. Industrie-Ausstellung stehen geblieben ist, wird auf Abbruch gekauft. Das Material findet auf dem neuen Sportplatz als Einzäunung und Absperrung seine Wiederverwendung. Das Einweihungsspiel findet gegen die Freie Turnerschaft Bremen statt (5:3). Vor Beginn des Spiels marschierten beide Mannschaften unter Vorantritt des Vereinsspielmannszuges vom Torfplatz zur Rickmerssstr. Schlüter wird zum Vorsitzenden gewählt (bis 1925).
1914
Wiedergründung der Frauen-Abteilung.
1918
Mit dem Ende des 1. Weltkrieges und dem Ausrufen der Republik fallen alle hemmenden Bestimmungen gegen den Arbeitersport weg.
1923
Der Fußballplatz an der Rickmersstr. muss aufgegeben werden, da infolge der fortschreitenden Inflation der Besitzer Renken unerschwingliche Forderungen stellt.Deshalb erfolgt der Umzug auf den Schlackenplatz der Leher Kaserne.
1925
Albert Paecht, der bisherige Fußball-Abteilungsleiter, wird Vorsitzender des Gesamtvereins. Er gründet eine Sprechchorbewegung, die richtungsweisend und bahnbrechend für die Region ist. In der Stadthalle an der Deichstr. werden die Großwerke "Die Internationale" und "Die Welt übersonnt" aufgeführt.
Peter Böschen wird Fußball-Abteilungsleiter.
Der Handballsport wird eingeführt.
1926
Zusammen mit dem ATSB und SC Sparta wird der auf dem Gelände des ehemaligen Zollinlandbahnhofs gebaute neue Sportplatz, der „Zolli“ genutzt.
Der 93er Willi Knebel spielt in der deutschen Auswahl des Arbeiter-Turn- u. Sportbundes (ATuSB) in Bremen gegen Belgien. (Der DFB, als Verband der bürgerlichen Vereine, stellte eine eigene Nationalmannschaft). Der ATuSB (Arbeiter-Turn- u. Sportbund) darf nicht mit dem bürgerlichen ATSB (Allgemeiner Turn- u. Sportverein Bremerhaven) verwechselt werden.
1927/28
Der 93er Bernhard Peetz spielt zwei Mal in der ATuSB-Auswahl: 1927 gegen England in Magdeburg und 1928 gegen Russland.
1932
Werner Krohn spielt als dritter 93er in der ATuSB-Auswahl in Breslau gegen Norwegen.
1933
Außerordentliche Jahreshauptversammlung am 11. Juli mit dem einzigen Tagesordnungspunkt: „Gleichschaltung und Namensänderung“. Der Verein wird auf das Führerprinzip umgestellt. Der Zusatz „Arbeiter“ wird aus dem Vereinsnamen gestrichen. Für Albert Paecht wird der Fraktionsvorsitzende der NSDAP-Stadtverordneten Walter Bleicher neuer Vereinsführer. Ihm zur Seite stehen Fritz Röder und Willy Koep.
Fritz Knippschild wird Leietr der Fußball-Abtl.
1945
Nach der Kapitulation am 08. Mai wird der Verein, der Mitglied des NS- Reichsbundes für Leibeserziehung war, aufgelöst und von dem von der Militärregierung eingesetzten Sportaufbetragten Gerstung abgewickelt. Nach langwierigen Verhandlungen gelingt es den Sportkameraden Fritz Knippschild und Willi Schreiber, beide waren kommissarisch zur Neugründung des Vereins eingesetzt, die Gründungsversammlung der "Sportgemeinschaft Bremerhaven" für den 18.11. anzusetzen. Neuer Vorsitzender wird Peter Böschen, sein Stellvertreter Eduard Schulz.
1946
Das im Kriege zerstörte Hallenbad „Marienbad“ wird von den Schwimmern in Eigenarbeit zu einem 16 2/3 Meter langen Freibad hergerichtet. Der Bau von Umkleideräumen, eines Versammlungsraumes mit Geschäftsstelle und weiterer Nebenräume schließt sich an. Das "Marienbad "wird zur Vereinsheimat.
Am 04.09. wird ein Antrag an die Militärregierung gerichtet, in dem gebeten wird, dass der Verein wieder den Namen "Bremerhaven 93" führen darf.
Es wird eine Abtl. Kanusport gegründet, auch der Bremerhavener Ruderverein von 1889 gehört dem Verein bis zum 01.06.1947 an.
Am 29.11. hält die Schwimmabteilung ihre Jahressitzung ab. Gustav Kollem wird ihr Leiter.
Ende November werden Clubräume für die Jugend der Sportgemeinschaft im "Haus des Handwerks" eröffnet, die vom 12/65. Engineer Reg. gestiftet worden sind. Es handelt sich um 7 kleinere Zimmer für Basteln, Handarbeiten oder Modellieren und einen großen Raum für Tischtennis.
1947
Ab 14.07. darf die Sportgemeinschaft Bremerhaven wieder ihren alten Namen "Bremerhaven 93" führen.
1948

Am 4.7. machen die Fußballer mit einem 3:0 gegen den VfL Itzehoe den Aufstieg in die Oberliga Nord klar. (Das Foto zeigt von links: Naused, Ahrens, Kolditz, Kramer, Cella, Block, Schlüter, Langweige, Geise, Zander, Wagenbreth)
Heinrich Erbe wird Vositzender (bis1953).
Die gesperrten Vermögen werden am 01.09. wieder frei gegeben.
Die Mitglieder des früheren Schwimmer-Bundes Wesermündung traten 1946 geschlossen in die Sportgemeinschaft Bremerhaven über, weil ihr alter Verein von der Militärregierung verboten worden war. Nun bitten sie, als Schwimmabteilung von Bremerhaven 93, um Freigabe ihres gesperrten Geldvermögens von 933.13 RM.
1949
Heinrich Erbe wird am 02.04. neuer Vorsitzender.
1951
Die Schwimmer Günter Kühnel (3. Platz bei der DM über 100m Kraul) und Karl-Heinz Klaustermeyer werden als einzige hallenbadlose Schwimmer zu Olympia-Vorbereitungslehrgängen nach Osnabrück und Bielefeld eingeladen.
1953
Bei den DM für Vereine ohne Winterbad (= Hallenbad) belegen die 93er über 4x100m Kraul (Günter Kühnel, Karl-Heinz Klaustermeyer, Dieter Witte, Rudolf Meyer) und 4x100m Lagen Klaustermeyer, Horst-Dieter Depenau, Kühnel, Witte) den 1. Platz.
Paul Fraas übernimmt den Vorsitz des Vereins am 05.06.(bis 1961).
1954
Werner Lang (12.08.1924 - 17.03.1999) gehört zu Sepp Herbergers 40köpfigem Aufgebot für die WM in der Schweiz, schafft aber den Sprung in den Kader nicht.
1955
Die Fußballer belegen hinter dem HSV den zweiten Platz in der Oberliga Nord und nehmen an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Nach Vorrundenspielen der Gruppe B gegen Rot-Weiß Essen (0:4 / 1:1), Kickers Offenbach (2:0 / 0:4) und Wormatia Worms (1:0 / 1:1) belegen sie „nur“ den zweiten Platz und verpassen so das Endspiel.
1956
[f Wieder gewinnen die Schwimmer die DM über 4x100m Kraul und 4x100m Lagen.
1958
Abermals gehört Werner Lang zum Aufgebot für die WM in Schweden. Aber eine im Trainingslager erlittene Verletzung lässt den Traum an einer Teilnahme platzen.
1960
Die Wasserballer steigen in die Oberliga Nord auf, aber können sich nur eine Saison halten.
1961
Sylvia Lübben wird Deutsche Jugendmeisterin im Wasserspringen vom Brett und vom Turm. Sie nimmt auch am Länderkampf gegen die USA teil.
Willi Köhler leitet den Verein.
1963
Die Nutzung des Marienbades wird am 31.3. von der Stadt gekündigt.
1965
Das neue Vereinshaus an der Pestalozzistr. wird am 9.April, zusammen mit dem PSV, eingeweiht.
Petra Kühnel wird Deutsche Jugendmeisterin über 100m Rücken vor ihrer Vereinskameradin Kristina Bopp. Beide nehmen an den Länderkämpfen gegen Frankreich und die Schweiz teil, Petra Kühnel zusätzlich am Jugendländekampf gegen Italien.
Der Verein hat 1116 Mitglieder.
1974
Anschluss des gesamten Vereins an den OSC mit Ausnahme der 1. Fußballmannschaft, die bis zum 1.7.1977 unter dem alten Namen weiterspielt und erst dann in den OSC übergeht.
 
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desinet - Community | OSC Bremerhaven e.V. | Bremerhaven, 19.10.2017 05:36